Einführung von Beikost: Ein paar wichtige Dinge vorne weg...

Selbstgemachter Babybrei im Glas

Zwar wird immer wieder darüber debattiert, wann die beste Zeit ist, bei einem Baby mit fester Nahrung oder Mahlzeiten, die der Rest der Familie isst, anzufangen, allgemein hin wird aber gesagt, dass man um die 6-Monats-Grenze damit beginnen kann, feste Babynahrung anzubieten. Das bedeutet allerdings nicht, dass man plötzlich aufhören soll, zu stillen und direkt auf Babybrei oder Fingerfood umsteigt. Es bedeutet, dass während sich ein Baby entwickelt, und es Zähne bekommt, dass es nur natürlich und an der Zeit ist, diese Zähne auch anzuwenden und neue Nahrungsmittel auszuprobieren. Man sollten jedoch weiterhin so lange wie möglich sein Baby stillen. Dies ist die gesündeste Sache für ein Baby. Zusätzlich sind aber auch neue Lebensmittel ein wichtiger Teil der Wachstums-und Entwicklungsphase, die entscheidend dazu beitragen, ein gesundes Baby, Kleinkind, und letztendlich Erwachsenen aufzuziehen.

 

AUSSERDEM:

Man sollte IMMER den Kinderarzt fragen, bevor man mit fester Nahrung / Beikost für ein Baby anfängt. Auf den Seiten Obst, Gemüse und Fleisch / Milch / Getreide werden einzelne Sorten vorgestellt und gezeigt, ab welchem Alter das jeweilige Nahrungsmittel auf Babys Speiseplan gesetzt werden kann.

 

Es ist ANGERATEN, sich an die 4 Tage Regel zu halten: eine neue Nahrung wird 4 Tage lang dem Baby angeboten ohne es mit einer anderen Nahrung zu mischen, um eventuelle allergische Reaktionen besser zuordnen zu können. Das gilt auch für selbstgemachte Babynahrung – nie mehr als 1 neue Nahrung auf einmal.

Ein Muß: IMMER saubere Hände, saubere Kochutensilien, saubere Vorbereitungsoberfläche(n), Töpfe / Pfannen etc, wenn es um die Herstellung und Vorbereitung hausgemachter Babynahrung geht. Sauberkeit und Lebensmittelsicherheit ist ein Muss, wenn es um hausgemachte Babynahrung geht. Egal ob selbstgemacht oder gekaufter Brei – (einmal aufgetaute) Reste (oder angenommene Gläser) bitte nicht mehr aufwärmen und noch mal verfüttern, immer SOFORT wegschmeißen! Mehr dazu auf unserer Seite Zubereitung & Einfrieren.

 

Und schließlich ALLE Babys sind verschieden und nicht jedes mag / duldet die gleichen Lebensmittel oder Texturen von Nahrung. Nicht verzweifeln! Seid bereit, zu experimentieren. Bietet euren Babys verschiedene Lebensmittel an, verwendet verschiedene Arten der Zubereitung und vor allem: habt Geduld!

Ist ein Baby bereit für feste Nahrung?

Für die ersten sechs Monate des Lebens benötigt ein Baby einzig und allein Muttermilch. Keine anderen Lebensmittel oder Getränke werden benötigt. Muttermilch bietet alle Nährstoffe, die ein Baby braucht, ausserdem schützt Muttermilch vor Infektionen, ist leicht verdaulich und den Bedürfnissen eines Babys angepasst.

 

Ein Baby sollte feste Nahrung angeboten bekommen, wenn es ungefähr 4 bis 7 Monate alt ist. Wann genau hängt jedoch von der Entwicklung jeden Babys ab. Und auch dann ist die Muttermilch die Haupternährungsquelle. Die Einführung fester Nahrung dient in diesem Alter vor allem dem langsamen Angewöhnen an Texturen und Geschmäcker verschiedener Lebensmittel. Außerdem braucht ein Baby etwa ab dem sechsten bis neunten Monat zusätzliches Eisen aus anderen Nahrungsquellen. Die Kalorien, mit denen die Muttermilch das Baby versorgt, reichen normalerweise ab dem Alter von 8 bis 9 Monaten nicht mehr aus, wenn auch einige voll gestillte Babys bis über das erste Lebensjahr hinaus gut gedeihen. Trotzdem sollte, wenn möglich, noch bis zum 1. Geburtstag parallel weiter gestillt, oder aber die Flasche gegeben werden. Das Stillen bis zum 1. Lebensjahr hilft unter Umständen auch, Allergien zu vermeiden.

Doch ab wann genau soll man mit fester Nahrung beginnen? Es gibt viele Anzeichen dafür, die so interpretiert werden könnten, zu glauben, dass der Zeitpunkt für feste Nahrung gekommen ist. Ein Baby kann 3 Monate alt oder 4 Monate alt sein, wenn man das Gefühl hat, es könnte "etwas mehr" brauchen als nur Muttermilch. Vielleicht beginnt es, öfters Nachts aufzuwecken oder es trinkt öfter als "normal" und man fragt sich, ob die Einführung fester Nahrung genau das ist, was es braucht? Meist handelt es sich dabei jedoch um einen Wachstumsschub. Wachstumsschübe treten in den ersten 6 Monaten ständig auf, vor allem aber zwischen 3 und 4. Monat und auch um den 6. Monat herum. Dann wird dein Baby beginnen, häufiger aufzuwachen in der Nacht, obwohl es bereits streckenweise durchgeschlafen hat, und es kann sehr unruhig und quengelig sein. Ein Wachstumsschub geht immer einher mit Hunger und sollte nicht als ein Zeichen gedeutet werden, dass ein Baby feste Nahrung benötigt. Das eine hat mit dem anderen meist nichts zu tun. Stattdessen sollte man versuchen, ein Baby vermehrt zu stillen / die Flasche zu geben. Man wird feststellen, dass innerhalb einer oder zwei Wochen ein Baby oft über den Wachstumsschub hinweg ist und sein Hunger sich wieder dem „Normalzustand“ angepasst hat.

 

Die 6 Anzeichen, dass Baby bereit ist für Beikost:

  1. Verlust des Reflexes, Dinge mit der Zunge wieder aus dem Mund zu schieben. Dies ermöglicht Babys zu trinken und zu schlucken. Ist dieser Reflex noch vorhanden, wird die Nahrung sofort wieder heraus gestoßen und nicht geschluckt. Dieser Reflex ist in den ersten vier Monaten notwendig, um das Baby vor dem Verschlucken jeglicher Dinge zu bewahren. Zwischen vier und sechs Monaten nimmt dieser Reflex allmählich ab, so dass jegliche Nahrung tatsächlich eine Chance hat, von der Zunge in den Magen zu gelangen!
  2. Die Fähigkeit des Babys, sich von der Flasche oder der Brust abzuwenden, um zu signalisieren, dass es voll ist von einer "Mahlzeit". Dies ist wichtig, damit das Baby in der Lage ist, selbst die Menge an Nahrungsaufnahme zu regulieren. Ein versehentliches zu viel essen wird damit verhindert.
  3. Die Fähigkeit zu sitzen und den Kopf ohne fremde Hilfe aufrecht zu halten
  4. Interesse des Babys an Nahrung ausgedrückt durch entweder Greifen nach dem Essen der Eltern oder dadurch, sich alles in den Mund zu schieben  (Ich neige dazu, dem zu widersprechen, da ein Baby ab einem Alter von 4-6 Monaten generell daran interessiert ist, sich alles in den Mund zu stecken.)
  5. Verdoppelung des Geburtsgewichtes
  6. Häufiges Aufwachen mitten in der Nacht, obwohl ein fester Schlaf-Rhythmus errichtet worden war. Dies mag nicht der beste Indikator sein, dass ein Baby bereit für feste Nahrung ist und sollte nur im Zusammenhang mit den obigen Anzeichen betrachtet werden. Wie bereits erwähnt, treten Wachstumsschübe, die einher mit verstärktem Hunger gehen, zwischen 3-4 Monaten, 6-7 Monate und auch 9-10 Monate auf. Außerdem kann ein Baby auch aufgrund einer Krankheit aufwachen oder aber weil es zahnt.

Wird mein Baby die Nacht durchschlafen sobald wir mit fester Nahrung anfangen?

Manche Eltern glauben, dass, wenn man mit fester Nahrung „früh“ anfängt, dass dann ihre Kinder auch eher durch die Nacht schlafen werden. Doch das stimmt so nicht. Wenn ein Baby wächst, also einen Wachstumsschub hat, werden sich auch seine Schlafgewohnheiten sowie Essgewohnheiten ständig ändern. Das wird besonders dann ersichtlich, wenn der 8-9monats Wachstumsschub stattfindet. Die meisten Babys essen dann schon Brei und meist wachen sie dann wieder in der Nacht auf, um verstärkt zu essen und trinken.

Mein Baby ist recht klein, sicherlich nimmt es mehr zu, wenn wir mit fester Nahrung eher als 6 Monate anfangen?

Dies ist nicht der Fall. Bis zum Alter von 6 Monaten findet ein Baby in der Muttermilch/der Flasche alle Nährwerte, die es zum Wachstum braucht.

Das gleiche gilt für sehr große Babys. Auch hier könnte man meinen, dass sie zusätzliche Nährstoffe brauchen und dass man daher vor dem 6. Monat mit Zufüttern anfangen muss. Bis zum Alter von 6 Monaten findet ein Baby in der Muttermilch/der Flasche alle Nährwerte, die es zum Wachstum braucht.

Baby ist startklar - aber was brauch ich alles, um wirklich anzufangen?

Ok, Baby ist startklar, alle Anzeichen sind da und jeder Beteiligte ist gespannt auf den ersten Bissen. Doch was brauch man alles, um wirklich gut vorbereitet zu sein? Im folgenden gibts eine Zusammenstellung aller nötigen Utensilien und Gerätschaften, damit man sich voll und ganz auf eines konzentrieren kann: Essen!

  1. Los gehts mit dem Offensichtlichem - einem Hochstuhl. Es gibt da viele Varianten: Soll er mitwachsen (bei einigen Modellen bis ins Schulkindalter) oder soll es lieber eine Tisch-Stuhl-Kombination sein - für (fast) jeden Geschmack lässt sich ein Modell finden. Bei allen muss man den einen oder anderen Kompromiss eingehen. Wichtig jedoch ist: sicher müssen sie sein! Trotz Vielfalt in Sachen Konstruktion: Die Auswahl an ungefährlichen Hochstühlen ist beschränkt. Bei einigen Tisch-Stuhl-Kombis sowie mitwachsenden Modellen  können vor allem kleinere Kinder nach vorne durchrutschen und abstürzen. Andere Hochstühle können umkippen oder zerbrechen. Einige Modelle haben auch bedenkliche Werte an Schadstoffen im Lack oder Sitzbezug. Welche genau das sind, erfährt man zum Beispiel in dieser Tabelle der Stiftung Warentest. Der Testsieger Stokke ist nicht ganz billig, und eignet sich auch erst ab einem Alter von 8 Monaten oder einer Körpergröße von 72cm, kann aber bis zu einem Alter von 14 Jahren verwendet werden! Andere Test nennen die Hochstühle von Herlag oder Geuther als klare Sieger.



2. Weiter gehts mit Geschirr und Besteck! Doch zu Anfang braucht man nur Besteck - oder besser, einen Löffel. Doch auch das Essen mit dem Löffel muss erst noch gelernt werden. Hierfür braucht man auch einen geeigneten Löffel. Man sollte auf Metalllöffel verzichten. Ein schmaler Plastiklöffel reicht völlig aus. Erst mit einem Jahr wird empfohlen, auf Metalllöffel umzusteigen. Experten raten außerdem dringend davon ab, Breie aus der Flasche zu füttern. Zur Aufbewahrung von Babys selbstgekochtem Brei sind am Anfang einfache Eiswürfelbehälter gut geeignet, später größere Behälter mit Deckel, die auch mikrowellen- und geschirrspülmaschinen-tauglich sind. Wenn Baby besonders "aktiv" beim Essen ist und viel daneben geht, empfiehlt es sich, ein größeres Lätzschen zu verwenden, eventuell eines mit Ärmeln. So kann Baby dann auch ruhig mal mit Essen spielen, ohne gleich komplett die Sachen wechseln zu müssen. Wer viel Teppich in der Nähe hat, sollte auch die Anschaffung einer Folie unter dem Hochstuhl in Erwägung ziehen. Diese sind meist mit lustigen Motiven bedruckt und lassen sich leicht abwischen und auch schnell zusammenfalten.

Wenn Baby etwa 9 Monate alt ist, ist es an der Zeit für seinen eigenen Teller. Am besten sind da Teller oder Schüsseln mit Rand geeignet, wo das Essen nicht so schnell wegrutschen kann. Gut macht sich auch, wenn der Teller eine rutschsichere Basis hat. Oder aber einen Saugknopf, dann kann er auch nicht von Baby auf den Teppich befördert werden. Vorsicht bei Geschirr aus Melaminharz! Diese sind zwar bruchfest und scheinen damit besonders geeignet für Baby zu sein, jedoch wenn diese Gegenstände erhitzt werden, können Melamin und Formaldehyd wieder freigesetzt werden. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. Besonders beim Kochen und Braten oder beim Erhitzen in der Mikrowelle besteht die Gefahr, dass diese beiden gesundheitsschädigenden Stoffe in die Lebensmittel übergehen. Bereits in kleinen Mengen reizt es die Schleimhäute und kann Allergien hervorrufen.



3. Trinken nicht vergessen! Sobald Babys Beikost erhalten, ist es auch Zeit, zusätzlich Flüssigkeit zu geben. Man sollte relativ zeitnah mit der Beikost auch eine Trinklernflasche oder – tasse einführe. Am besten eignet sich kaltes, abgekochtes Wasser ohne Sprudel. Auf keinen Fall Saft, den bekommt ein Kind erst später ab 12 Monaten mit reichlich Wasser verdünnt. Hat ein Baby öfters Probleme mit der Verdauung, kann man ihm auch ungesüßte Fenchel Tees geben. Man sollte einem Baby aber die Trinkflasche nicht als Schnullerersatz geben, will heißen, es sollte die Trinkflasche zum Essen angeboten werden, und nicht mit der Trinkflasche im Mund über längere Zeit allein gelassen werden. Dies begünstigt die Bildung von Karies. 400 ml sollte ein vier bis zwölf Monate altes Kind täglich an Flüssigkeit aufnehmen. Im folgenden befinden sich Trinklernflaschen, die sich alle gut als Anfangstassen eignen:


 

4. Und letztendlich die Gerätschaften - ein kleiner Überblick:


Die 3 Stufen des Babybreis
Vorgeschlagene Geräte
Beispiel

Stufe "1"

für dünne, wässrige Pürees, die Babys erste Beikost ausmachen

Man sollte einen Mixer, einen guten Hand / Stab / Stand -Mixer (siehe Beispiel des Philips Stand-Mixers in rechter Spalte), einen Vita-Mix oder eine Küchenmaschine verwenden.

 

 

Stufe "2"

für dickere Pürees, wenn Baby mehr Textur vertragen kann

In diesem Stadium ist es angeraten, einen guten Hand / Stab / Standmixer, eine Vita-Mix, eine Lebensmittelmühle (siehe Beispiel des Philips Standmixer und Lebensmittelmühle in einem Gerät in rechter Spalte), einen Kartoffelstampfer oder eine Küchenmachine/Food Processor zu benutzen.

 

Man sollte die Einstellungen "mischen" und "Püree" verwenden, die mit einer Art Impuls arbeiten.

 

Stufe "3" und darüber hinaus

für stückige, dicke Pürees und "Tischgerichte"

Einen Mixer, eine Vita-Mix, eine Lebensmittelmühle, einen Kartoffelstampfer oder eine Küchenmachine/Food Processor (siehe Beispiel des Jack LaLanne`s Küchenmachine in rechter Spalte) sollte man für diese Stufe einsetzen.

 

Die Einstellungen "mahlen", "mischen" und / oder "häckseln" sind hier angeraten.

Die Beikost - Checklist!
Eine Checklist zum Herunterladen, damit man bestens vorbereitet ist, wenn es dann endlich mit dem Essen losgeht!
StartBeikost_Checklist.pdf
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Auf die Plätze, fertig, los! - aber womit gehts los in Sachen B(r)eikost?

Babybrei im Glas

Das Baby ist bereit für den Brei - hurra! Hierbei handelt es sich um einen Schritt, der in keinem Fall zu unterschätzen ist. Eltern können nicht von einem Tag auf den anderen von Muttermilch auf feste Nahrung umstellen. Stattdessen hat die Umstellung nach und nach zu erfolgen. Eine schlagartige Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung ist deshalb nicht zu empfehlen, weil sich der Verdauungstrakt des Kindes erst einmal umgewöhnen muss. Hierbei handelt es sich um einen Prozess, der mehrere Wochen lang andauert, deswegen auch der Begriff Beikost - Brei wird nur beigegeben, während das Stillen noch die Hauptquelle für Nahrungsaufnahme darstellt. Dementsprechend wird am Anfang auf sehr kleine Rationen gesetzt, die man nach und nach steigert. Auf diese Weise werden Magen und Darm des Babys an die neue Art von Nahrung gewöhnt.

 

Nicht nur das Essen vom Löffel muss erst gelernt werden, das Baby wird überdies mit einer Menge neuer Geschmacksempfindungen konfrontiert. Deswegen sollte man zunächst mit einem Geschmack beginnen, also einem Obst oder Gemüse. Wenn das Baby im Alter von rund 6 Monaten mit der festen Nahrung beginnt, macht es nicht viel aus, welche Nahrungsmittel es zuerst isst, oder in welcher Reihenfolge diese eingeführt werden. Vorsichtshalber sollte man anfangs stark gewürzte und hoch allergiegefährdende Nahrungsmittel (z.Bsp. Nüsse, Erdbeeren) meiden (mehr Informationen dazu hier ). Gute erste Lebensmittel sind diejenigen, die weich sind und einfach für ein Baby zu verdauen. Man sollte ein Obst oder Gemüse mindestens für 3 aufeinanderfolgende Tage geben, und das auch ausschließlich, um sicherzustellen, dass ein Baby keine allergische Reaktion auf die verabreichte Nahrung hat.

Es dauert eine Weile, bis ein bestimmter Brei bereitwillig gegessen wird. Man sagt, ein Baby entscheidet erst, nachdem es etwas 10mal gegessen hat, ob es etwas mag oder nicht. Und auch dann kann sich das im Laufe des Heranwachsens immer wieder ändern. Es heißt also, nicht zu schnell aufgeben! Trotzdem sollte man das Baby nicht zwingen, etwas zu essen. Besser, man selbst und das Baby haben Spaß daran! Es ist viel besser, dem Baby zu erlauben, die Nahrung zu genießen ohne sich Sorgen zu machen, wie viel genau es anfangs isst - der Großteil davon wird wahrscheinlich sowieso in seinem Haar oder auf dem Boden enden. Man sollte mit einigen Teelöffeln vor der Mittagsmilchmahlzeit beginnen und dann die Menge Tag für Tag steigern, bis die Breie jeweils eine Milchmahlzeit ersetzen. Das kann bei einigen Babys 4 Wochen dauern, bei anderen 3 Monaten - wichtig ist es, die Geduld nicht zu verlieren! Einige Babys reagieren auch besser auf Beikost, wenn mit ihnen mitgegessen wird, also ein gemeinsames Abendbrot mit der ganzen Familie hilft vielleicht eher, als ein Mittagessen nur zu zweit? Hier gilt es, auszuprobieren und auf Babys Zeichen zu achten. Die Obst- und Gemüsehäppchen sollten anfangs püriert, später dann mit einer Gabel zerdrückt werden. Manchmal ist es auch praktisch, die Pürees leicht mit Wasser (Kochflüssigkeit), Muttermilch oder mit Folgemilch zu verdünnen. Beispiele von Lebensmitteln, die gut zur Eingewöhnung geeignet sind:

  • Gemüse (beispielsweise Kürbis, Kartoffel, Süßkartoffel, Möhre, Broccoli)
  • Obst (beispielsweise reife Bananen, gekochte Äpfel oder Birnen, Mango, Pfirsiche)

Ab 8  Monate dann:

  • Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Bohnen, Kidneybohnen)
  • gut gekochtes mageres Fleisch (zum Beispiel Hackfleisch, gedünstet oder geriebener Rind, Lamm, Kalb, Huhn, Schwein)
  • Fisch (zum Beispiel frisch oder aus der Dose, Gräten entfernen!!)
  • Getreide (beispielsweise Nudeln, Reis, Brot)
  • Käse und Joghurt
  • gekochte Eier

Am besten ist es, frisches Gemüse und Obst zu geben. Tolle Rezepte und einen Beispiel-Beikostplan für die ersten paar Wochen gibt es hier.

Bevor man mit der zweiten festen Mahlzeit beginnen, sollten mindestens vier Wochen vergehen. Nach abermals 4 Wochen kann die dritte Mahlzeit eingeführt werden. Dann können man auch Brei anbieten mit verschiedenen Texturen. Man sollte jedoch weiterhin möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel anbieten, damit Baby die ganze Bandbreite an Nahrungsmitteln zu schmecken bekommt. Man sollte es ab 8 Monate etwa auch ermutigen, sich selber zu füttern, indem man Baby den Löffel in die Hand gibt. Nach und nach nimmt Baby dann immer mehr am Essen der Familie teil. Ca. ab dem 13. Lebensmonat braucht es keine speziell zubereitete Kost mehr. Der Körper hat sich an feste Nahrung gewöhnt und kann mittlerweile auch Rohkost zu sich nehmen. Trotzdem kann und sollte man ein Baby ruhig weiter stillen, wenn möglich. Denn langes Stillen ist die beste Vorsorge gegen Allergien und andere Krankheiten.

Wieviel Brei soll ich am Anfang geben?

Jedes Baby is(s)t unterschiedlich. Einige essen sofort mit viel Freude und andere werden länger brauchen, bis sie bereitwillig mehr als einen halben Teelöffel akzeptieren. Man sollte sicherstellen, dass man eine Vielzahl an unterschiedlichen Breien anbietet, damit Baby auf den Geschmack kommt. Muttermilch/die Flasche ist die Hauptnahrungsquelle für Baby, bis es 12 Monate alt ist. Alle Beikost dient vorrangig zur Gewöhnung an verschiedene Texturen und Geschmäcker. Baby sollte die Gelegenheit haben, zu experimentieren und Essen zu erfühlen, wozu auch Fingerfood gehört. Ab einem Alter von 12 Monaten übernimmt Beikost dann eine wichtigere Aufgabe.

Was ist Babyled-Weaning?

Während viele Eltern ihrem Baby Breis und Pürees als erste feste Nahrung anbieten, greifen immer mehr Eltern zur Babyled-Weaning Methode (Baby-gesteuerte Beikosteinführung), wenn es darum geht, Baby an Beikost zu gewöhnen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Erwachsenen-Essen! Mit diesem Ansatz wird der Schritt der Breis und Pürees übersprungen und Baby werden gleich "richtige" Mahlzeiten angeboten. Diese sind zwar kindgerecht zubereitet (weich gekocht und mit weniger scharfen Gewürzen sowie kein Salz) und klein geschnitten, aber im Wesentlichen geht es darum, dass Baby gleich richtig "mit-" isst. Babys sollten dazu jedoch mindestens 6 Monate alt sein und all die Anzeichen haben, die zeigen, dass Baby bereit für Beikost ist. Baby werden dieselben Lebensmittel angeboten, wie bei der Breimethode, nur eben nicht in Breiform. Wichtig ist, dass das Füttern mit dem Löffel komplett wegfällt. Baby wird gleich dazu ermutigt, die angebotenen Nahrungsmittel mit den Fingern selber aufzuheben und sich in den Mund zu schieben. Baby sollte die Kontrolle haben über das, was es isst, und niemand sollten es füttern oder auch nicht das Essen in den Mund legen.

Wie mit dem Stillen auf Bedarf, ist auch das Babyled-Weaning ein Verfahren zur Einführung von fester Nahrung, welches es Baby ermöglicht, zu entscheiden, wann es und wieviel es isst.

Hier haben wir für euch eine Übersicht über die wichtigsten Regeln diesen Ansatzes zusammengestellt:

Die 16 wichtigsten Regeln des Baby-Led-Weaning-Ansatzes
Die 16 wichtigsten Regeln des Baby-Led-Weaning-Ansatzes

Weiterführende Literatur zu dieser Methode:

Wieviel ist eine Kinderportion?

Fakt: Eltern servieren den Kindern oft die doppelte Menge an Essen, die empfohlen wird! Auch wenn die Kinder nach der Hälfte sagen, dass sie satt sind, werden sie meist motiviert, noch ein paar Happen mehr zu essen. Fälschlicherweise denken die Eltern, dass sie ihren Kindern auf diese Art gutes Essverhalten beibringen, doch leider ist ständiges Überessen nicht nur ungesund, sondern entwickelt auch negatives Essverhalten im späteren Leben. Menschen jeden Alters, die regelmäßig zuviel essen, entwickeln gesundheitliche Probleme wie Diabetes 2, hohes Cholesterin und Knochenbeschwerden. Doch was gehört auf einen Kinderteller? Und wie oft? Diese Übersicht soll helfen, Kleinkindern ab 12 Monaten eine ausgewogene Ernährung anzubieten.

Diese Übersicht soll helfen, Kleinkindern ab 12 Monaten eine ausgewogene Ernährung anzubieten. Es listet Mengenangaben von Lebensmitteln wie Fleisch, Milch, Volkornprodukte, etc..
Was gehört auf einen Kinderteller ab einem Alter von 12 Monaten?

Es ist aber nicht nur wichtig, das richtige Essen anzubieten, auch die Menge machts. Einige Richtlinien für Portionen für Babys ab 12 Monaten gibt es hier:

 

Nahrungsmittel

Anzahl an Portionen für 1-3 Jahre alt

Anzahl an Portionen für 4-7 Jahre alt

Was ist eine Kinderportion?

Tipps

Gemüse

2

4

Eine Portion =

  • ¼ Tasse (60ml) gekochte Gemüse

  • oder ¼ Tasse Hülsenfrüchte

  • oder ½ Tasse Salat

  • oder ½ Kartoffel

- Raspeln von Gemüse in Hackfleisch, Kasserollen, Pfannkuchen, Muffins, Pizza und Dips

 

Obst

2

2

Eine Portion =

  • ½ mittelgroße Banane oder Apfel

  • oder 1 kleine Pflaume, Aprikose oder Kiwi

  • oder ¼ Tasse (60ml) Saft

  • oder 2 getrocknete Aprikosen

- Begrenzen von Fruchtsaft auf 150ml pro Tag, verdünnt mit abgekochtem Wasser

- Begrenzen von getrocknetem Obst auf eine Portion pro Tag

Milch, Joghurt, Käse

6

6

Eine Portion =

  • ½ Tasse (125ml) Milch

  • oder 20g Käse

  • oder ½ Tasse Joghurt

  • oder ½ Tasse Pudding

- Fettarme & Soja- Milchprodukte sind nicht zu empfehlen für Kinder unter 2 Jahren

Mageres Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse

1

1

Eine Portion =

  • 30-50g gekochtes Fleisch oder Hühnchen

  • oder ¼ Tasse (60ml) Hülsenfrüchte

  • oder 40-60g Fisch

  • oder 1 Ei

- man sollte mageres Huhn, Rind, Schwein und Lamm wählen

- Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, etc.

Brot, Reis, Pasta, Müsli

4

10

Eine Portion =

  • 1 Scheibe Brot

  • oder ½ Tasse (125ml) gekochter Reis, Pasta, Nudeln

  • oder ½ Tasse Müsli

- Wählen von Vollkornprodukten, wo möglich.

 

Beispiel-Menüplan

 

Mahlzeit

1-3 Jahre alt

4-7 Jahre alt

Frühstück

  • 1 Scheibe Vollkorntoast mit einer Scheibe Käse

  • Wasser zum Trinken

  • 250g Müsli mit Milch

  • 125g Joghurt

  • 4 getrocknete Aprikosen

  • Wasser zum Trinken

Snack

  • ½ Apfel mit 125g natürlichen Joghurt

  • Wasser zum Trinken

  • Milchshake

  • 2 Zwiebacke

Mittagessen

  • 1 Wrap mit Möhren, Käse und Rosinen

  • Wasser zum Trinken

  • Vollkornbrote mit Schinken und Salat (zb. Tomate, Gurke, etc)

Snack

  • 1 Scheibe Vollkorntoast mit 1 Scheibe Salami

  • 125ml Milch

  • 4 Käsewürfel

  • 4 Gemüsestreifen (zb. Möhre, Gurke, Paprika)

  • 2 Reiscracker mit Humus Dip

Abendessen

  • Gekochte Lammstreifen mit Gemüse (1 mittelgrosse Möhre, 45g Pilze oder 90g Broccoli) auf Nudeln

  • Wasser zum Trinken

  • Thunfisch Pasta (mit Gemüse wie etwa Mais oder Zucchinistreifen)

  • ½ Kartoffel

  • Wasser zum Trinken

Nachtisch

  • 1 kleine Banane

  • 125ml Milch

  • 75g Dosenobst mit 125g Reispudding

 

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Was tun, wenn Baby nicht essen will?

Wahre "Struwwelpeter / Suppenkasper / Mäkelfritzen" und wie sie nicht alle heißen, gibt es unter Babys nicht. Vorlieben und Abneigungen entwickeln sich erst im Kleinkindalter, also etwa ab dem 9. Lebensmonat. Und auch dann ist das Verweigern von bestimmten Lebensmitteln meist auch nur ein Weg für Baby, Kontrolle und Unabhängigkeit zu erproben und bedeuten nicht zwingend, dass bestimmte Nahrungsmittel abgelehnt werden. Um dem entgegenzuwirken, ist es geraten, Baby eine Vielzahl von verschiedenen Nahrungsmitteln zu Babys eigenen Bedingungen anzubieten. Eines der besten Ratschläge für Eltern ist: Zu erkennen, dass es die Aufgabe von Eltern ist, Baby gesunde Nahrungsmittel anzubieten und dass es an Baby liegt, zu entscheiden, ob es diese essen will! Ein Baby wird nie freiwillig hungern und das Beste, was man als Eltern tun kann, ist einfach weiter gesunde Lebensmittel anzubieten und zu versuchen, sich nicht allzu viel Sorgen darüber zu machen, wie viel gegessen oder nicht gegessen wird.  In den meisten Fällen ist es nur eine Phase, die ein Baby durchmacht. Baby`s Appetit verändert sich ständig und so verändern sich auch seine Vorlieben und Abneigungen von Lebensmitteln. Andere Gründe können auch sein:

  • ein Baby, das zahnt, wird wahrscheinlich nicht angebotenes Essen mit wundem Zahnfleisch zu Brei zermahlen wollen oder es kann seinen Appetit für ein paar Tage verlieren, wenn es krank ist.
  • ein Baby, welches damit beschäftigt ist, den Teppich oder das neue Soft-Buch zu erkunden, wird beleidigt reagieren, wenn es in einen Hochstuhl gesetzt wird und essen soll, auch wenn es sein Lieblingsmahlzeit vorgesetzt bekommt.
  • ein Baby durchläuft ständig Wachstumsphasen, was bedeutet es ist hungrig für ein paar Tage oder eine Woche oder zwei und dann plötzlich isst es kaum etwas.

Wenn ein Baby älter wird, wird sein Appetit sich natürlich verlangsamen, und sobald Baby weniger abhängig von Mutter-und / oder Flaschenmilch für seine Ernährung ist, wird es auch weniger brauchen, um ein gesundes Wachstum und die Entwicklung aufrecht zu erhalten. Dann ist es auch schwieriger, zu kontrollieren, wieviel Baby wirklich isst. Wenn man Bedenken hat, kann man über einen bestimmten Zeitraum hinweg einmal alles aufschreiben, was Baby über den Tag verteilt isst. Man wird eventuell überrascht feststellen, dass ein Baby in Wirklichkeit gar nicht so wählerisch ist, wie man geglaubt hat! 

 

Strategien, um ein Baby zum Essen zu bewegen:

  1. Gib Baby die Kontrolle. Wenn Baby noch mit dem Löffel gefüttert wird, kann es sein, dass jetzt die Zeit gekommen ist, Baby selbst bestimmen zu lassen, was es wie isst. Babys lieben es, sich selbst zu füttern! Jetzt ist es Zeit, leckeres und gesundes Fingerfood anzubieten, wie etwa gedünstete Süßkartoffelwürfel oder gedünstete grüne Bohnen. In kleinen, weichgekochten Stücken servieren, dann "weggehen", damit Baby Zeit und Ruhe hat, das Angebotene zu erforschen. Wichtig: Man sollte IMMER ein Baby beim Essen im Auge behalten und nie unbeaufsichtigt lassen, da sie sich verschlucken können!
  2. Spice It Up! Wenn man alle möglichen Gemüse-, Obst- und Fleischsorten in ihrer natürlichen Form einmal auf Babys Speisplan hatte, dann ist es jetzt an der Zeit, für ein wenig Abwechslung zu sorgen mit zb. Gewürzen oder auch Käse (z.B. Parmesan oder Ricotta) oder kreativen Kombinationen.
  3. Es ist in der Schüssel. Wenn Baby bisher keine eigene Schüssel / Teller gehabt hat, dann sollte man jetzt dazu übergehen, Baby sein eigenes buntes Geschirr inklusive Löffel zur Verfügung zu stellen. Gib Baby seinen Löffel in die Hand und lass es sich selber füttern, auch wenn dabei anfangs noch viel daneben geht. Man sollte nicht sofort eingreifen und nur ab und zu sanft Baby dabei helfen, den Löffel in den Mund zu dirigieren. Wichtig ist, dass alle Spaß bei der Sache haben und man sich nicht allzu viel Sorgen über danebengegangenes Essen macht!

Bei all dem sollte man nicht vergessen, dass man ein Baby niemals zwingen sollte, zu essen. Man sollte die Mahlzeiten nicht zu einem Machtkampf zwischen Baby und Erwachsenen werden lassen und immer daran denken, dass ein Baby sich nie freiwillig hungern würde! Es wird empfohlen, dass ein Baby im Alter zwischen 8-12 Monate etwa alle 4-5 Stunden gestillt wird oder zwischen 700-900ml Flaschenmilch bekommt. Wenn man genau darüber nachdenkt, dann sind diese Mengen relativ gering im Vergleich zu den Anfangstagen, in denen ein Baby ständig gestillt wird. Wenn also ein Baby für ein paar Tage "wählerisch" ist, dann ist das in Ordnung, und es nimmt keinen Schaden daran. Das Zauberwort hier ist "Geduld"! Babys sind so vorhersehbar in ihrer Unberechenbarkeit: Wenn man denkt, man hat das magische Lebensmitteln gefunden, welches Baby immer und überall isst (Banane!??), dann wird es von heut auf morgen plötzlich ein Gesicht ziehen, wenn es das nächste mal diese Lebensmittel nur sieht!